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  • NZZ am Sonntag Bericht vom 23.03.2008

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Das Christentum kehrt ins Schulzimmer zurück

Bericht aus der NZZ am Sonntag 23.03.2008
Die Schule müsse wieder die Werte der christlichen Kultur vermitteln. Das fordert der Schweizerische Lehrerverband.

Ohne Kenntnis der christlichen Wurzeln könne die Geschichte des Abendlandes nicht verstanden werden, schreibt der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer in einem kürzlich verabschiedeten Positionspapier. «Die Vermittlung von Einstellungen und Werten in der Schule geht nicht ohne Abgrenzung gegenüber Wertsystemen, die diese Grundwerte bedrohen», heisst es da. Zu den nicht verhandelbaren Werten zählt der Lehrerverband etwa die Freiheit des Individuums, das Gebot der Chancengleichheit oder die Garantierung körperlicher und seelischer Unversehrtheit.

Weil die religiöse Durchmischung der Gesellschaft weit fortgeschritten ist und im Klassenzimmer viele Kulturen zusammentreffen, weichen die Lehrer dem Unterricht über Religion zunehmend aus. Der Lehrerverband reagiert mit dem Papier auf diese Entwicklung und ruft die Lehrer zu Mut auf, «den unverbrüchlichen Kern unserer Gesellschaft» in der Schule wieder hochzuhalten. «Eine Werteerziehung ist nötig, wenn man friedlich zusammenleben will», begründet Verbandspräsident Beat W. Zemp den Vorstoss. Laut dem Papier sind auch christliche Feste in der Schule erlaubt, sofern sie Gefühle von Kindern mit anderer Religionszugehörigkeit nicht verletzen.

Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli begrüsst es, dass der Lehrerverband den Lehrern in dieser Frage den Rücken stärke. Die Schule sei nicht wertfrei. Sie müsse zeigen, «dass Werte eine religiöse Verankerung haben». Ab nächstem Sommer wird im Kanton Zürich wieder ein obligatorischer Religionsunterricht eingeführt. Aeppli sagt, sie sehe das Papier auch als Wink ans Bundesgericht. Dieses wird allfällige Klagen zu behandeln haben, wenn sich Eltern auf die Glaubensfreiheit berufen und ihre Kinder vom Religionsunterricht dispensieren lassen wollen.


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